Fabian Reidl siegte an Brett acht.Eine alte Schachweisheit besagt, dass sich Glück und Pech im Laufe einer Saison stets ausgleichen. Genau das durfte die zweite Mannschaft des Schachklubs Landau-Dingolfing am letzten Sonntag im Heimspiel gegen den SC Rottal III erfahren. Hatte man in den letzten Runden gegen vermeintlich schwächere Gegner ziemlich ungeschickt agiert, so war Fortuna den Kämpfern um Mannschaftsführer Florian Huber dieses Mal sehr wohl gesonnen und das, obwohl die Rottaler mit Wolfgang Söder, Josef Staller und Wolfgang Waechter  drei ziemlich starken Spitzenspielern aufboten  und auch an den hinteren Brettern waren sie den Dingolfingern zumindest auf dem Papier ebenbürtig.
 
Erstaunlich war, wie schnell bei diesem Treffen gespielt wurde. Es kam an den Brettern  vier bis acht innerhalb kürzester Zeit zu so heftigen Aufeinandertreffen, dass schon gut drei Stunden jeweils eine Entscheidung fiel. Ersatzspieler Fabian Reidl ließ im Abtauschslawen den Abtausch der meisten Figuren zu und steuerte in ein an sich ausgeglichenes Damenendspiel mit zusätzlich je einer Leichtfigur. Zu seiner Freude unterlief seinem Kontrahent ein leichter Flüchtigkeitsfehler, der gleich einen Bauern kostete und eine gewonnene Stellung einbrachte. Damit war diese Partie entscheiden.
 
Karl-Heinz Krause hatte es da im Spanier schon etwas schwerer, da er die Eröffnung nicht ganz korrekt behandelte und in einem schwierigen Mittelspiel landete. Sein Gegenüber setzte aber Gott sei Dank nicht ganz so entschlossen nach, wie nötig gewesen wäre und so konnte er noch den Remishafen erreichen. Noch mehr Glück brauchte und hatte Manuel Albrecht. Der Landauer, der zur Zeit mit der Eröffnungstheorie auf Kriegsfuß steht, kam mit der Caro-Kann-Verteidigung leider wieder nicht zu Recht und musste sein ganzes Talent aufbieten, um die wilden Angriffe seines Gegners abzuwehren. Dann aber übersah der Rottaler völlig die Auswirkungen von Albrechts langer Rochade und verlor schlichtweg die Qualität. Nach diesem Glückstreffer war die erfolgreiche Abwicklung der Partie für den Landauer nur noch reine Formsache.
 
Auch Niklas Rohne brauchte ganz massive Schützenhilfe der Glücksgöttin. Die Art und Weise, wie er die Englische Eröffnung behandelte, löste bei seinen Mannschaftskammeraden Angstschweiß aus. Kaum zu glauben, dass sein Opponent aus dem Rottal ebenfalls den Gewinnweg einfach nicht erkannte und dann im Endspiel kräftig daneben griff. Wie schon zuvor Albrecht gewann auch Rohne auf diesem Weg die Qualität und bald darauf das Spiel. Einzig Florian Huber agierte völlig souverän: Im Wolgagambit opferte er einen Bauern und erhielt dadurch einen exzellenten Angriff am Damenflügel. Mit einer schönen Kombination eroberte er eine Leichtfigur und vermeldete im Anschluss den vollen Punktgewinn.
 
Gottlieb Kutschera trumpfte in der Philidor-Verteidigung gegen Josef Staller zunächst gewaltig auf und sackte einen Gratisbauern ein.  Staller dachte aber gar nicht ans Aufgeben, sondern drehte nun richtig auf. Im Turmendspiel egalisierte er seinen Rückstand in sehenswerter Art und Weise und Kutschera hatte größte Mühe, noch das Unentschieden zu erzwingen. Felix Durmaier und Dietmar Weidlich taten sich gegen Wolfgang Waechter und Wolfgang Söder und deren positionell einwandfreien Spielweise sichtlich schwer. Durmaier musste im Endspiel schließlich die Dame abgeben, Weidlich war nicht mehr in der Lage, die drohende Bauernumwandlung zu verhindern. Beide warfen schließlich das Handtuch. Nach diesem 5:3-Erfolg darf sich der Schachklub wieder leichte Hoffnungen auf einen Aufstieg in die Niederbayernliga machen.
 
Nichts zu holen gab es, wie zu erwarten war, wieder für die erste Mannschaft. In der zu starken Regionalliga Süd-Ost ging die erste Mannschaft mit 2:6 gegen die Gäste aus Waldkraiburg unter. Lediglich Helmut Kurz konnte im Londoner-System durch ein mutiges Figurenopfer am Königsflügel einen an sich überlegenen Gegner bezwingen.
 
Quelle: Dingolfinger Anzeiger vom 21.01.14

 


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