Nach dem sehr mäßigem Start in die Saison vor drei Wochen mussten sich die Mannen des Schachklubs Landau-Dingolfing an diesem Wochenende zwei weiteren Angstgegnern stellen. Die erste Mannschaft trat beim TV Geiselhöring an, die die zweite Mannschaft war zu Gast bei der JVA Straubing. Gegen beide Kontrahenten hatte man im letzten Jahr noch böse Niederlagen einstecken müssen. Zur großen Freude aller sollte es dieses Mal aber anders kommen.

Hans Theiß war mit sich und seiner Mannschaft zufrieden.


Im Vereinslokal des TV Geiselhöring kam es zu zum Teil heftigen Gefechten an den Brettern. Lediglich an Brett zwei zeigten sich Martin Christlmaier und sein Gegenüber recht friedfertig. Nachdem sich in der Englischen Partie bald ein Damentausch abzeichnete, einigten sich die zwei auf ein Unentschieden. Helmut Fuchsgruber erspielte sich an Brett sechs mit Hilfe der Tarrasch-Verteidigung einen schönen Eröffnungsvorteil, überspannte dann aber den Bogen und verspeiste im Mittelspiel zu viele ungesunde Bauern, was den Verlust eines Springers nach sich zog. Wenig später kapitulierte der Dingolfinger. Diesen Nachteil glich anschließend aber der amtierende niederbayerische Seniorenmeister Kurt Hähnlein wieder aus. Im Orthodoxen Damengambit postierte er seine Schwerfiguren so druckvoll, dass schon ein kleiner Fehler des Geiselhöringers dem Dingolfinger zum Erfolg verhalf. Rudi Senff war dagegen am vorletzten Brett mit seinem Königsindischen Angriff nicht so erfolgreich. Sein Gegner wehrte alle Ausbrüche ab. Als alle Leichtfiguren getauscht waren, musste Senff in das Remis einwilligen; das entstandene Turmendspiel war nicht mehr zu gewinnen. Nun erfolgte am Spitzenbrett ein Paukenschlag:

Mannschaftsführer Hans Theiß war gegen den spielstärksten Geiselhöringer angetreten und griff dessen Lasker-Verteidigungswall heftig an. Dies brachte ihm einen starken Freibauern ein, den er wild entschlossen nach vorne und seinen Kontrahenten in eine überraschende Niederlage trieb. Wieder aber war der Vorsprung nur von kurzer Dauer. Dietmar Weidlich verfügte am letzten Brett bereits über einen Mehrbauern, konnte ihn aber nicht verwerten. Im Gegenteil: im Mittelspiel unterlief ihm ein ärgerlicher Fingerfehler, die nun entstandene Stellung war nicht mehr zu halten. Jetzt richteten sich alle Augen auf Dr. Christoph Schultes (Brett 3) und Alexander Hirtreiter (Brett 4). Ersterer hatte sich für eine seltene Variante aus dem Grünfeld-Indischen entschieden. Sein Gegner schlug sich zwar recht gut, verbrauchte aber viel zu viel Bedenkzeit. In leichter Zeitnot übersah er auch prompt eine Kombination, die ihm zwei Leichtfiguren für einen Turm kostete. In den folgenden Zügen war er nicht mehr in der Lage, den attackierenden Läufern des Dingolfingers Stand zu halten. Alexander Hirtreiter sah sich in der Französischen Verteidigung mit einem heftigen Angriff auf seinem Königsflügel konfrontiert. Durch ein geschicktes Bauernopfer im Zentrum verschaffte er sich Gegenspiel und eroberte sogar die feindliche Dame. Damit war der Fünf-zu-Drei-Sieg in trockenen Tüchern.

Die zweite Mannschaft gewann mit 5,5 zu 2,5 sogar noch höher. Bemerkenswert waren dabei v.a. die Leistungen der beiden ersten Bretter: Helmut Kurz und Mannschaftführer Florian Huber erzielten mit einem Remis, bzw. einem Sieg gegen deutlich stärker eingestufte Kontrahenten hervorragende Ergebnisse und legten damit den Grundstein für den Mannschaftserfolg. Auch Manuel Albrecht, Karl-Heinz Krause und Neuzugang Krystian Ofierzynski fuhren volle Punktegewinne ein. Niklas Rohne und Felix Durmaier steuerten weitere Remisen bei, bloß Helmut Stadler agierte etwas unglücklich und verlor. Beim letztjährigen Aufeinandertreffen hatte das Ergebnis ebenfalls 5,5 zu 2,5 gelautet, allerdings zu Gunsten der JVA! So schnelllebig kann das Schachspiel sein!

 

Quelle: Dingolfinger Anzeiger vom 13.11.2012, S.19

 


Schach in Dingolfing

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