Christoph Schultes 4,5: 3,5 zu Gunsten des SV Röhrnbach, so lautete das zwar erwartete, bei genauer Betrachtung dann aber doch enttäuschende Endergebnis, das der Schachklub Landau-Dingolfing im Auswärtsspiel der Niederbayernliga einfuhr. Hans Theiß, Martin Christlmaier, Dr. Christoph Schultes, Helmut Fuchsgruber, Alexander Hirtreiter, Kurt Hähnlein, Rudi Senff und Gottlieb Kutschera hatten sich im Vorfeld wenig Hoffnungen gemacht. Der SV Röhrnbach war als Tabellenführer mit Aufstiegsambitionen doch klarer Favorit.

Zur Überraschung aller konnten die Dingolfinger aber durchaus mithalten. Mannschaftsführer Theiß bekam das tschechische Jugendtalent Jan Havlik vorgesetzt. Letzter spielt seit dieser Saison beim SV Röhrnbach und zählt mit seinen 2350 DWZ-Punkten zu den stärksten Spielern der Liga. Diesen Umstand ignorierend, ging Theiß mit den weißen Steinen aggressiv zu Werke und baute sich Schritt für Schritt die deutlich bessere Bauernstruktur auf.  So eingeengt, blieb dem Röhrnbacher nichts anderes übrig, als die Qualität für das Läuferpaar herzugeben, um sich zumindest etwas Luft zu verschaffen. Dennoch war nach ca. zwei Stunden die kleine Sensation perfekt: Theiß vermeldete einen vollen Punktgewinn.  Die Antwort ließ allerdings nicht lange auf sich warten: An Brett zwei widerlegte der neue Niederbayerische Meister Roland Knechtel gekonnt Christlmaiers Tarrasch-Verteidigung. Es gelang ihm, den Landauer an der Rochade zu hindern und dessen König in der Brettmitte festzuhalten. Den wuchtigen Angriffen seines Kontrahenten konnte Christlmaier nichts mehr entgegen setzen und kapitulierte schließlich.

Ähnlich erging es Helmut Fuchsgruber. Sein Franzose funktionierte anfangs recht gut. In der Warschauer-Variante ließ er, entsprechend den theoretischen Vorgaben, eine Attacke auf seinen Königsflügel zu. Dann aber übersah er ein schönes Figurenopfer, das ihn schon bald in die Knie zwang.  Kurt Hähnlein und sein Gegner hatten dagegen eine ruhige Eröffnung gewählt. Da keiner von beiden Anstalten machte, die Initiative zu ergreifen, einigte man sich auf ein Remis.Den vorübergehenden Ausgleich schaffte Rudi Senff am siebten Brett. Sein Königsindischer Angriff entwickelte sich zu einer taktisch geladenen Partie. Ein schönes Abzugsschach brachte ihm eine Leichtfigur und wenig später den Sieg ein.  An Brett fünf spielte sich ähnliches ab, aber mit umgekehrten Vorzeichen:  Alexander Hirtreiter sah sich einer unübersichtlichen und schwer zu spielenden Stellung gegenüber. Ein Rechenfehler des Dingolfingers im Mittelspiel ermöglichte den Durchbruch seines Gegenüber.

Dr. Christoph Schultes  wurde mit einer Indischen Verteidigung konfrontiert. Sein weißes Königsfinachetto verkomplizierte die Lage auf dem Brett erheblich. Beide Seiten belauerten sich eine Weile, keiner wagte einen entscheidenden Schritt und so verflacht die Partie etwas. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel kam dann im Schwerfigurenendspiel die Entscheidung: Der Röhrnbacher übersah etwas in Zeitdruck eine Opferkombination, die dem Dingolfinger einen Springer einbrachte. Ein paar Züge darauf machte Dr. Schultes den Partiegewinn perfekt.  An der Niederlage der Mannschaft änderte dieser Teilerfolg jedoch nichts: Gottlieb Kutschera fand an Brett acht gegen das Damengambit keine rechten Gegenmittel und verlor im Mittelspiel zwei Bauern. Trotz ungleichfarbiger Läufer war das Endspiel nicht mehr zu halten.

Ob der Schachklub den Klassenerhalt schafft, hängt im Wesentlichen auch davon ab, wie viele Vereine aus der Regionalliga in die Niederbayernliga absteigen werden. Entscheidend wird dabei das Schlussresultat des SV Deggendorf sein. Sofern dieser Nachbarverein in der Regionalliga Süd-Ost  verbleiben kann, dürfte auch der Schachklub Landau-Dingolfing keine Abstiegssorgen mehr haben.

 

Quelle: Dingolfinger Anzeiger vom 21.03.2012


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