Kurt Hähnlein spielte unentschieden.Am letzten Sonntag musste die erste Mannschaft des Schachklubs Landau-Dingolfing in der Niederbayernliga auswärts gegen den SC Grafenau antreten, während die zweite Vereinsmannschaft spielfrei zu Hause bleiben durfte. Die Dingolfinger Schachfreunde gingen dabei recht optimistisch in den Kampf, hatte man die Grafenauer im Vorfeld schließlich als ungefähr gleichstark eingeschätzt. Aber wie schon in den Wochen zuvor traten dann wieder etliche Schwierigkeiten auf.
Hans Theiß wurde am Spitzenbrett, wie schon in der letzten Runde, ein Gambit vorgesetzt. Erneut griff Theiß erfreut zu, verspeiste den angebotenen Bauern und versuchte, seinen Materialvorteil ins Endspiel zu retten. Anders als noch in der besagten letzten Runde ging diese Taktik nun jedoch gewaltig daneben. Sein Grafenauer Gegner, der in der Liga ohnehin den Ruf eines geschickten Angriffsspielers innehat, engte Theiß´ Stellung immer mehr ein und zerstörte sie schließlich mit einer schönen Kombination.
Kurt Hähnlein war im Colle-Zukertort nicht in der Lage, den Abtausch der Schwerfiguren zu verhindern. Seine Partie endete remis, ebenso wie die von Helmut Kurz. Letzterer hatte im Londoner System eine interessante Abwicklung vorgenommen: er eroberte eine Lichtfigur für drei Bauern. Dann aber sah er aber kein Weiterkommen mehr auf dem Brett und willigte ins Unentschieden ein.
Ein Glück für den Schachklub war wieder einmal, dass sich Martin Christlmaier derzeit in bestechender Form befindet. Der Landauer, der im Moment auch die Vereinsmeisterschaft dominiert, nutze im Caro-Kann eine kleine Ungenauigkeit seines starken Kontrahenten aus: Eine Turmverdoppelung des Grafenauers erwies sich als ziemlich giftig. Christlmaier opferte Turm und Läufer, um die Umwandlung eines Bauers zur Dame und damit den Sieg zu erzwingen.
Auch Dietmar Weidlich war in Opferlaune und gab die Qualität für zwei Bauern her. Im anschließenden Mittelspiel fand er aber keinen Weg an den gegnerischen Figuren vorbei. Alexander Hirtreiter und Helmut Fuchsgruber gerieten im Damenbauernspiel immer stärker unter Druck. Als die feindlichen Türme auf seine Grundreihe eindrangen, musste Fuchsgruber schließlich kapitulieren. Hirtreiter konnte den gegnerischen Angriff dagegen abwehren und sich in ein Unentschieden flüchten. Es stand nun 3,5:2,5 für Grafenau. Um das Mannschaftsremis zu sichern, bot Weidlichs Gegner etwas überraschend ebenfalls die Punkteteilung an. Weidlich willigte sofort sein, denn seine Stellung sah bereits ziemlich kritisch aus.
Es blieb nun nur noch das Duell an Brett zwei. Hier hatte Dr. Christoph Schultes im beschleunigten Drachensizilianer früh den Ausgleich geschafft. Nun jedoch war ein schwieriges und objektiv wohl unentschiedenes Turmendspiel entstanden. Mit aller Mühe versuchte Schultes, in dieser komplizierten Stellung irgendwie einen Vorteil zu erlangen. Die Partie zog sich fast sechs Stunden und über mehr als 70 Züge hin. Dann, in leichter Zeitnot, geschah das fast Unmögliche: Der Grafenauer lies einen Turmtausch zu und behandelte anschließend die Bauernformation ziemlich unglücklich, so dass Schultes nach nervenaufreibendem Kampf doch noch den Gewinn und damit den 4:4-Endstand sichern konnte.
 
Quelle: Der Artikel erschien gekürzt am 25.02.2015 unter dem Titel "70 Züge in 6 Stunden" im Dingolfinger Anzeiger.

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