Spannendes Spiel gegen den SC Grafenau

Kurt Hähnlein sicherte dem Klub einen vollen Punkt.

„Glück und Pech gleichen sich im Laufe einer Saison immer aus“. Diese alte Sportlerweisheit bewahrheitete sich am letzten Sonntag eindrucksvoll. An diesem Tag traten die Mannschaften des Schachklubs Landau-Dingolfing zu Hause im Gasthof Bubenhofer gegen den SC Grafenau und den SC Rottal an. Insbesondere die erste Mannschaft stand bereits etwas mit dem Rücken zur Wand, hatte man doch drei Wochen zuvor in der ersten Runde gegen die Schachfreunde aus Regen höchst unglücklich verloren. Ein Sieg musste also her. Aber es fing gar nicht so gut an. Helmut Fuchsgruber kam an Brett vier mit der trickreichen Eröffnung seines Gegners nicht zurecht, spielte im Mittelspiel zu aggressiv auf Raumgewinn und musste nach dem Eindringen der feindlichen Schwerfiguren auf der vorletzten Reihe bald die Segel streichen. Dr. Christoph Schultes lieferte sich am dritten Brett mit seinem Kontrahenten in der beschleunigten Drachen-Variante einen messerscharfen Kampf.

Beide Seiten verbrauchten bereits in der Anfangsphase einen Großteil ihrer Bedenkzeit und willigten so schon nach 18 Zügen in das Unentschieden ein. Fast zeitgleich meldete Martin Christlmaier gegen den spielstärksten Grafenauer ebenfalls die Punkteteilung. Das Turmendspiel, das nach der Caro-Kann-Eröffnung entstanden war, konnte nicht mehr gewonnen werden.  Dann schien sich das Blatt etwas zu wenden. Kurt Hähnlein überspielte seinen Gegenüber im Mittelspiel und eroberte eine Leichtfigur. Nach einer erneuten Springergabel kapitulierte der Schachfreund aus Grafenau. Auch Mannschaftsführer Hans Theiß zeigte am Spitzenbrett eine souveräne Leistung. Sein Marozcy-Sizilianer brachte ihm im Mittelspiel die Qualität und anschließend einen vollen Punkt an.

Nun steuerte der Kampf seinem dramatischen Höhepunkt zu. Rudolf Senff hatte sich an Brett sieben eine Gewinnstellung mit zwei Mehrbauern erarbeitet. In leichter Zeitnot  unterlief ihm im Endspiel ein „Fingerfehler“. Zur Erleichterung seiner Dingolfinger Mannschaftskollegen übersah sein Gegner den gewinnbringen Springerausfall und erlaubte stattdessen einen Abtausch aller Leicht- und Schwerfiguren, so dass Senff jetzt locker in der Lage war, das Bauernendspiel zu  gewinnen. Es hieß nun  4 zu 2 zu Gunsten des Klubs. Irgendwo musste noch ein halber Punkt her. Den konnte Dietmar Weidlich am letzten Brett jedoch nicht mehr beisteuern. Einige Fehler im Springer-Läufer-Endspiel kosteten ihm Material und letztendlich auch die Partie. Auch die Situation von Alexander Hirtreiter an Brett fünf war hoffnungslos. Auch er lag bereits zwei Bauern hinten, seine Bedenkzeit war auf drei Minuten zusammen geschmolzen. Dann aber geschah das Unglaubliche: der Grafenauer lies sich durch Hirtreiters gezwungenermaßen schnelles Spiel anstecken, „blitzte“ ebenfalls mit und stellte praktisch umsonst seine Bauern ein, die ihm schon fast den Sieg garantiert hätten. So gelang es dem Dingolfinger doch noch, mit viel Glück den Remishafen zu erreichen. So kam am Ende das erhoffte 4,5 zu 3,5 Gesamtergebnis heraus.

Etwas weniger Glück war der zweiten Mannschaft zuteil. Die Mannen um Mannschaftsführer Florian Huber schlugen sich jedoch ebenfalls wacker und erreichten gegen den SC Rottal ein 4-zu-4-Unentschieden. Helmut Kurz, Niklas Rohne und Bernhard Feicht gewannen ihre Partien, Albert Jahrstorfer und Florian Huber remisierten. Karl-Heinz Krause, Felix Durmaier und Manuel Albrecht mussten sich ihren stärkeren Gegnern beugen. Besonders erfreulich war die Leistung von Helmut Kurz.  Der Adlkofener, der seit letzter Saison beim Schachklub Landau-Dingolfing spielt und quasi als mobile Reserve sowohl in der ersten als auch in der zweiten Mannschaft kämpfen muss, ließ sich wie schon in der letzten Runde gegen Regen nicht von der DWZ-Stärke seines Gegenübers einschüchtern, spielte druckvoll auf und gewann souverän.  Alles in allem konnte der Klub mit diesen Ergebnissen sehr zufrieden sein. Dennoch waren schließlich alle froh, als diese nervenaufreibende Runde schließlich ihr Ende fand.

 

Quelle: Dingolfinger Anzeiger vom 25.10.2011, S.16

 

 


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