Albert Schmol und Dr. Christoph Schultes bei der Analyse. Trotz der herben 2:6-Niederlage gegen den SC Straubing war der letzte Sonntag für den Schachklub Landau-Dingolfing ein guter Tag: da die Konkurrenz ebenfalls Federn lassen musste, steht der Klassenerhalt in der Niederbayernliga bereits vorzeitig fest. Im Mannschaftskampf selbst war leider, wie schon in der letzten Runde, von Anfang an der Wurm drin. Der kurzfristige Ausfall eines Stammspielers konnte nicht mehr kompensiert werden, so dass die Kämpfer um Kapitän Hans Theiß nur zu siebt antreten mussten.

Nachdem man sich über die schneeglatten Straßen in das Spiellokal der Straubinger vorgekämpft hatte, setzte es bald nach Turnierbeginn die nächsten Nackenschläge: Dietmar Weidlich agierte mit seiner modernen Zweispringereröffnung etwas zu passiv und erlaubte bei entgegengesetzten Rochaden einen gefährlichen feindlichen Angriff auf seinen Königsflügel. Der Versuch einer Gegenattacke kostete einen ganzen Läufer und gleich darauf die Partie. Kurt Hähnlein verteidigte sich mit der Damenindischen Variante und schaffte es auch, die Stellung auszugleichen. Mehr war jedoch nicht drin, das Duell endete schnell unentschieden.

Die Preisträger der Blitzschachmeisterschaft. Am letzten Sonntag gaben sich im großen Saal des Dingolfinger Kolpinghauses die niederbayerischen Schacheliten die Klinke in die Hand. Zum ersten Mal in seiner Geschichte fungierte der Schachklub Landau-Dingolfing nämlich als Gastgeber für die Niederbayerische Blitzschacheinzelmeisterschaft. Diese Spielweise zeichnet sich dadurch aus, dass pro Spieler und Partie eine Bedenkzeit von lediglich drei Minuten plus zwei Sekunden pro Zug zur Verfügung steht. Es muss also in der Tat „blitzschnell“ gespielt werden.

Der Schachklub hatte sich anlässlich seines 70jährigen Bestehens dazu entschlossen, dieses Jahr das Turnier auszurichten. Die Teilnehmerzahl übertraf die Erwartungen deutlich. 35 Spieler fanden sich im Spiellokal ein, darunter vier FIDE-Meister und fünf weitere Spieler mit einer DWZ-Zahl über 2000. Vereinsvorsitzender Josef Reidl begrüßte gleich zu Anfang die Gäste und stellte erfreut fest, dass auch zwölf Kämpfer des Schachklubs unter den Teilnehmern waren. Auch die Schachvereine aus Straubing und Rottal-Inn waren stark vertreten.

Florian Huber spielte unentschieden.Am letzten Sonntag erlitt der Schachklub Landau-Dingolfing im Auswärtsspiel gegen den SC Rottal eine schwere 5:3-Niederlage. Die Schwierigkeiten hatten bereits im Vorfeld begonnen. Gleich reihenweise fielen ansonsten zuverlässige Stammspieler wegen Grippeerkrankung aus, so dass man nur mit Mühe acht Spieler zusammen bekam. Die Mannschaft, die schließlich antrat, glich auch mehr einem Lazarett als einer kampfeslustigen Truppe.

Zu diesen unglücklichen Umständen gesellte sich dann auch noch spielerisches Pech. Zwar war das Endergebnis nicht unverdient, aber über weite Strecken war der Klub den Rottalern ebenbürtig, so dass auch ein Gesamtunentschieden in Ordnung gewesen wäre. Aber es kam anders. Karl-Heinz Krause steckte gleich zu Beginn nach einer nimzowitschähnlichen Eröffnung etwas zu viel Bauern ins Geschäft. Seine Angriffsbemühungen verliefen im Sande und er musste bald die weiße Flagge hissen.

Kurt Hähnlein und Alexander Hirtreiter siegten souverän.Nach mehreren bitteren Heimniederlagen in dieser Saison schaffte der Schachklub Landau-Dingolfing am letzten Sonntag zu Hause im Dingolfinger Kolpinghaus schließlich die Trendwende. Mit einem 5:3-Erfolg gegen den SC Grafenau machte der Klub in der Tabelle der Niederbayernliga einen beachtlichen Sprung auf Platz zwei.

Das Duell der beiden Vereine ging zunächst recht zäh los. An keinem der acht Tische war irgendein entscheidender Vorteil für einen Kontrahenten erkennbar. Dr. Christoph Schultes und Mannschaftsführer Hans Theiß mühten sich beide im beschleunigten Sizilianer-Drachen ab. Die Grafenauer reagierten jeweils mit dem Jugoslawischen Angriff, was die Dingolfinger ihrerseits mit Damenausfällen an den Rand konterten. Alexander Hirtreiter bekam ebenfalls einen Sizilianer vorgesetzt und griff auf seine Spezialeröffnung zurück: der Grand-Prix-Attacke. Helmut Fuchsgruber fand mit seinem Colle-Koltanowski keinen rechten Weg durch die feindlichen Linien und geriet nach einer Abtauschkombination leicht in die Defensive. Kurt Hähnlein entschied sich im ablehnten Damengambit früh für einen Bauernausfall nach b5 und arbeitete an einer weitgehend ausgeglichenen Stellung. Rudi Senff tischte seinem Opponenten, wie fast jedes Mal mit den weißen Figuren, den Königsindischen Angriff auf und erzielte im Mittelspiel durch einen geschickten Läuferausfall einen Mehrbauern. Helmut Kurz fianchettierte im orthodoxen Damengambit früh seinen Damenflügelläufer, während sich Dietmar Weidlich nach seiner Zweispringer-Eröffnung in einer Art Franzosen mit Weiß wiederfand.

Hans Theiß gewann souverän.

Der Schachklub Landau-Dingolfing zeichnet sich in dieser Saison durch eine ärgerliche Heimschwäche und eine bemerkenswerte Auswärtsstärke aus. Folgerichtig ging letzten Sonntag das Duell beim FC Ergolding II mit 6:2 zu Gunsten des Klubs aus. Allerdings waren die Dingolfinger als Favoriten angereist und an allen Brettern hinsichtlich der DWZ-Zahl deutlich überlegen, obwohl zwei Stammspieler kurzfristig ausgefallen waren.

Dieser Ausfall wirkte sich auf die Kampfstärke des Schachklubs jedoch nicht aus, im Gegenteil. Die Ersatzspieler Dietmar Weidlich an Brett sieben und Albert Schmol an Brett achten legten sich richtig ins Zeug und meldeten schon früh volle Punktgewinne! Schmol hatte sich auf die messerscharfe Drachenvariante eingelassen und schaffte es bald, in ein ausgeglichenes Turmendspiel zu gelangen. Damit gab er sich aber nicht zufrieden und attackierte weiter, bis seinem Gegner tatsächlich ein leichter Fehler unterlief, der dem Ergoldinger einen Bauern und dann letztendlich die ganze Partie kostete. Weidlich opferte schon früh Material, um eine etwas bessere Stellung zu erhalten. Diesen Einsatz gewann er wie erhofft bald wieder zurück und lenkte, wie Schmol, in ein gewonnenes Turmendspiel ein.

Vereinsvorsitzender Josef Reidl, Martin Christlmaier und Moritz Stöttner.Wie jedes Jahr hielt der Schachklub Landau-Dingolfing die letzten beiden Freitage seine traditionellen Weihnachtsturniere ab. Dabei spielten die Jugendlichen in zwei Gruppen mit je zehn Minuten Bedenkzeit pro Spieler und Partie. Erfreulich war dabei die Teilnehmerzahl: zehn junge Schachfreunde hatte sich eingefunden und kämpften leidenschaftlich bis zur letzten Figur. In der Gruppe B siegte ganz knapp Anton Cygankov vor Benno Häusler.

Noch viel spannender ging es in der Gruppe B zu, in der der Titel des besten Vereinsjugendlichen ausgefochten wurde. Nach neun Runden gab es immer noch keinen Sieger: die Brüder Moritz und Lukas Stöttner hatten überlegen alle Partien gewonnen und nur untereinander unentschieden gespielt. Die Entscheidung musste nun ein Stechen zwischen den beiden mit verkürzter Bedenkzeit bringen. Hier setzte sich schließlich Moritz Stöttner nach einem harten Kampf mit seiner Königsindischen Verteidigung durch und errang so den Turniersieg.

Dietmar Weidlich gewann als Einziger.Beim Schachklub Landau-Dingolfing geht es in der Niederbayernliga derzeit abwechselnd auf und ab. Nach einem Auftaktsieg, einer Niederlage und einem weiteren Erfolg gegen die Vereine aus Geiselhöring, Landshut und Deggendorf, setzte es am letzten Sonntag wieder eine 6,5:1,5 – Klatsche gegen die Tabellenersten aus Passau. Dieser Rückschlag war zwar erwartet worden, schließlich waren die favorisierten Donaustädter an allen Brettern zum Teil weit überlegen; er hätte aber nicht so hoch ausfallen müssen.

Die Dingolfinger legten zunächst recht ordentlich los. Dietmar Weidlich packte an Brett acht seinen typischen Spielstil aus: ehrgeizig, angriffslustig und ein wenig riskant. Dieses Mal wurde das Risiko belohnt: nach Flankeneröffnung mit seinem Springer entwickelte er sich schneller als sein Gegner und gabelte im Mittelspiel einen ganzen Springer auf. Wenig später kapitulierte der Passauer. Auch Manuel Albrecht wehrte an Brett sechs im Abtauschfranzosen alle Angriffe ab. Das Zweispingerendspiel wollte beiden Kontrahenten nicht auskämpfen und man rauchte die Friedenspfeife.

Dr. Christoph Schultes gewann an Brett eins.Nach der bitteren knappen Niederlage gegen den SK Landshut vor zwei Wochen musste die Truppe des Schachklubs Landau-Dingolfing am Sonntag auswärts gegen den SV Deggendorf antreten. Die Stimmung war angespannt. Ein gutes Ergebnis musste her, um sich eine gute Position in der Niederbayernliga zu sichern. Der Start war jedoch eher mau. Helmut Fuchsgruber ließ schon sehr früh ein feindliches Läuferopfer zu. Dadurch heimste er zwar eine Mehrfigur ein, sein König blieb jedoch in der Brettmitte hängen und erlag den Attacken des Deggendorfers.

Auch Manuel Albrecht hatte etwas übermotiviert in der Französischen Verteidigung eine Qualität für etwas Initiative hergegeben und stand nun mächtig unter Druck, die richtigen Züge zu finden. Kurt Hähnlein umschiffte geschickt alle Untiefen seiner Stellung, mehr als ein Remis sprang aber auch nicht heraus. Erst Mannschaftsführer Hans Theiß gelang nach einer souveränen Leistung zur Halbzeit der Ausgleich.

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